Real Estate. Real People.: Maurice Bettge

Hat das Property Management ein Imageproblem?

Wer an den Begriff „Property Management" denkt, hat oft ein sehr klares, aber verzerrtes Bild im Kopf: viel Schreibtischarbeit, Excel-Tabellen mit nie endenden Zahlen und vielleicht noch ein bisschen Maklertätigkeit. Maurice, einer unserer Azubis, hat schnell gemerkt, dass die Realität deutlich vielseitiger ist.

Im Freundeskreis kann er bereits mit Wissen glänzen, das man normalerweise nicht unbedingt auf Partys beim obligatorischen Gespräch in der Küche erwartet. Inzwischen kennt sich Maurice echt gut mit dem technischen Know-how rund um Gebäude und Anlagen aus. Und wer einmal versteht, wie Heizungsanlagen oder Lüftungssysteme in größeren Objekten wirklich funktionieren, sieht die Gebäude, die uns tagtäglich umgeben, mit ganz anderen Augen.

Doch neben den technischen Aspekten ist vor allem eine Sache im Arbeitsalltag von Maurice entscheidend: Kommunikation. Schließlich besteht ein großer Teil seines Arbeitsalltages darin, mit Menschen zu sprechen, insbesondere mit unseren Mieterinnen und Mietern. Dabei geht es nicht darum, stumpf Informationen weiterzugeben. Oft ist Fingerspitzengefühl gefragt: zuhören, Situationen schätzen, Lösungen finden und dabei möglichst professionell bleiben.

 

Zwischen Büro und Objektbegehung

Ein Klischee begegnet Maurice allerdings immer wieder: Viele denken, dass er seinen Job hauptsächlich am Schreibtisch verrichten würde. Und wahrscheinlich liegt der Verdacht nahe, dass die Kommunikation mit Mietern sich genau dort abspielt, doch die Realität sieht etwas anders aus. Maurice ist deutlich öfter unterwegs, als man zunächst vermuten könnte. Objektbegehungen und Gespräche mit Dienstleistern vor Ort gehören für ihn genauso zum Arbeitsalltag wie die Aufgaben im Büro. Bereits in der Berufsschule gehen viele Auszubildenden anfangs davon aus, dass es sich der Beruf des Property Managers kaum von einer Maklertätigkeit unterscheidet. In der Praxis zeigt sich aber schnell, wie vielfältig dieser Beruf ist.

Mit der Zeit merkt man, wie viel Verantwortung ein Property Manager mit sich trägt. Laut Maurice macht fast jeder Azubi den Fehler, genau diese Verantwortung zu unterschätzen Immobilien sind schließlich viel mehr als Gebäude – sie sind Orte an denen Menschen arbeiten, wohnen und letztendlich leben. Deshalb wirken sich Entscheidungen im Property Management direkt auf den Alltag und das Leben anderer aus.

 

Am Anfang war die Verantwortung – und viele Tabs

Dabei sind viel mehr junge Menschen für die Ausbildung geeignet als zunächst angenommen. Natürlich finden sich hier Menschen wieder, die von Natur aus gerne Dinge organisieren und mit Menschen zu tun haben. Wer allerdings denkt, dass nur Extrovertierte als Property Manager in Frage kommen, irrt. Der Arbeitsalltag bringt automatisch viele Situationen mit sich, in denen

man lernt, über sich hinauszuwachsen und offener und sicherer im Umgang mit anderen zu werden.

Übrigens würde Maurice keinem Azubi an seinem oder ihrem allerersten Arbeitstag nur stumpfe Dokumentationsaufgaben ohne Kontext oder Erklärung in die Hand drücken. Gerade am Anfang ist es wichtig zu verstehen, wie die einzelnen Aufgaben zusammenhängen und welchen Beitrag sie zum großen Ganzen leisten. Erst dann zeigt sich, wie komplex und gleichzeitig spannend das Immobilienmanagement sein kann.

Zum Schluss gibt es noch eine kleine, jedoch sehr ehrliche Beobachtung aus seinem Arbeitsalltag: sein Browser. Während manche Menschen ihre offenen Tabs akribisch schließen, sammelt sich bei Maurice schnell eine ganze Reihe davon an. Ein „Tab-Messi“, wie er sich selbst bezeichnet. Aber lieber hat er einen Tab zu viel offen, als dass er eine wichtige Information aus dem Blick verliert.

Letztendlich zeigt sich vor allem darin, was diesen Beruf ausmacht: viele Themen gleichzeitig im Blick behalten, Zusammenhänge verstehen und immer wieder neue Lösungen finden. Und genau diese Mischung macht die Ausbildung im Property Management für Maurice so abwechslungsreich.